Was Verbraucher über die Schufa wissen sollten ...

Schufa-Einträge verhindern und Schufa-Score verbessern

Ein junges Paar sitzt auf einer Couch und brütet verzweifelt über einem Haufen Rechnungen, der Mann hält ein Schild mit der Aufschrift „HELP“ hoch.
Auch Verbrauchern mit einem negativen Schufa-Score kann geholfen werden. Quelle: Marcos Mesa Sam Wordley – 235460797 / Shutterstock.com

Ein negativer Schufa-Score kann einem Kredit oftmals im Wege stehen. Die Auskunftei macht allerdings gelegentlich auch Fehler. Im Falle eines berechtigten Eintrags können jedoch andere Optionen in Anspruch genommen werden. Zum Beispiel ein Kredit ohne Schufa.

Egal, ob man sich ein Haus kaufen möchte oder finanzielle Engpässe überbrücken muss, ein großer oder kleiner Kredit ist oftmals unausweichlich. Gelegentlich steht aber die eine oder andere Hürde im Weg. Kredite unterliegen strengen Regulierungen, und Antragsteller müssen einige Voraussetzungen erfüllen. Eine dieser Hürden kann z.B. eine mangelnde Bonität sein. Eine andere, die damit zusammenhängt, ist die Schufa. Die Schufa sammelt Daten unter anderem über das Zahlungsverhalten von Einzelpersonen. Der Schufa-Score wird allerdings nicht durch mangelnde Bonität beeinflusst. Viele andere Faktoren spielen bei der Berechnung eine Rolle.

Schufa - Was wird gespeichert?

Manchmal sind auf den ersten Blick weniger relevante Faktoren der Grund für einen schlechten Score. So kann es manchmal genügen, mehr als eine Kreditkarte zu besitzen. Auch viele Girokonten sind bei der Schufa nicht gerne gesehen. Hier lohnt es, sich von unnötigen Karten und Konten zu trennen - allerdings dauert es manchmal einige Zeit, bis das von der Schufa auch registriert wird. Wem das nicht schnell genug geht, dem kann ein sogenannter Kredit ohne Schufa Abhilfe leisten.

Was bedeutet Kredit ohne Schufa?

Deutsche Banken arbeiten stets mit der Schufa zusammen. Daher kommen Kreditsuchende, die sich an eine solche Bank wenden, nicht an der Auskunftei vorbei. Ausländische Banken, z.B. in der Schweiz, können in einem solchen Fall eine Alternative darstellen. Daher wird oft von einem sogenannten Schweizer Kredit gesprochen. Die Voraussetzungen sind allerdings auch hier relativ streng. Gegen Zahlungsausfälle möchten sich schließlich auch die Schweizer Banken bestmöglich absichern:

  • der Kreditnehmer muss ein Mindesteinkommen haben
  • Arbeitslose, Studenten, Rentner oder Auszubildende können einen Schweizer Kredit nicht aufnehmen
  • die Zinsen sind meist sehr viel höher
  • die Rückzahlungsraten und die Laufzeiten sind oftmals weniger flexibel

Worauf beim Kredit ohne Schufa zu achten ist

Wer überlegt, einen Kredit ohne Schufa zu beantragen, sollte beim Anbieter auf einige Aspekte achten und Kredite sowie Anbieter vergleichen. Leider existieren viele dubiose oder sogar betrügerische Angebote, vor denen man sich schützen muss. Diese lassen sich jedoch an diversen Anzeichen erkennen:

Kriterien Worauf Kreditnehmer achten sollten
Versandgebühren für Unterlagen Per Post gesendete Vertragsunterlagen sollten dem potenziellen Kreditnehmer keinerlei Versandkosten verursachen. Das Versenden per Nachnahme ist in der Regel ebenfalls nicht üblich.
Kredit mit zusätzlicher Insolvenzberatung Verdächtige Kreditanbieter versprechen überschuldeten Kunden gelegentlich eine Insolvenzberatung. Eine solche Beratung sollten allerdings nur Experten übernehmen. Verbraucher können sich in so einem Fall auch Hilfe bei einer gemeinnützigen Beratungsstelle suchen.
Zusatzprodukte, die nicht benötigt werden Beratungsverträge, Zusatzversicherungen oder sogar Beteiligungen sind zumeist nicht notwendig. Kunden sollten sich nicht überzeugen lassen, solche unnötigen Leistungen und Produkte in Anspruch zu nehmen, insbesondere wenn es sich nur um einen kleinen Kredit handelt.
kostenpflichtige Beratung am Telefon bzw. Hausbesuche Beratungen, insbesondere anfangs, sollten kostenfrei sein. Schließlich ist zu Beginn einer Kreditaufnahme oder bei der Suche nach einem geeigneten Kreditinstitut noch gar nicht klar, ob der Verbraucher diesen Kredit auch erhält.

Tabelle: Jegliche Vorabgebühren, bevor der Kredit überhaupt gestattet wurde, sollten mit Skepsis betrachtet werden. Hierbei handelt es sich meist um ein sicheres Anzeichen, dass man es mit einem verdächtigen, wenn nicht sogar betrügerischen Anbieter zu tun hat. Dieser sollte als Konsequenz in jedem Fall gemieden werden.

Wie wird der Schufa-Score berechnet?

Sollte man dennoch jemals einen Kredit mit Schufa beantragen wollen, lohnt es sich zu wissen, welche Informationen die Auskunftei genau sammelt. Wie genau der Schufa-Score berechnet wird, ist nicht bekannt. Eine Tatsache, die von Verbraucherschützern immer wieder bemängelt wird. Sicher ist, dass viele unterschiedliche Daten für diese Berechnung herangezogen werden:

  • allgemeine Daten zur Person: Adresse, Geburtsort, Geburtstag
  • Daten über Finanzaktivitäten: Bankkonten bzw. -verbindungen, Leasingverträge, beglichene oder noch laufende Kredite, Kreditkarten
  • Daten über Zahlungsunregelmäßigkeiten: Vollstreckungsbescheide, Mahnungen und Mahnverfahren, ungedeckte Schecks

Auch wenn jemand oft den Wohnort oder das Bankkonto wechselt, kann sich das beispielsweise negativ auf den Score auswirken. Das Arbeitsverhältnis oder ein festes Einkommen haben dagegen keinen Einfluss auf die Bewertung durch die Schufa.

Wer trägt was und warum bei der Schufa ein?

Man bekommt keinen Schufa-Eintrag, nur weil eine Rechnung mal nicht bezahlt wurde. Es müssen zunächst einige Voraussetzungen erfüllt werden, damit sich Zahlungsprobleme negativ auf den Schufa-Score auswirken:

Veranlassung für einen Schufa-Eintrag Voraussetzungen
Bei einer oder mehreren nichtgezahlten Rechnungen kann ein Eintrag bei der Schufa erfolgen. Der Schuldner muss zweimal schriftlich ermahnt worden sein. Darüber hinaus muss zwischen diesen beiden Verwarnungen ein Zeitraum von vier Wochen liegen. Weiterhin muss der Schuldner über den bevorstehenden Eintrag bei der Schufa schriftlich unterrichtet werden.
Wenn der Schuldner selbst eingesteht, dass eine Zahlung eines bestimmten Betrages überfällig ist. Hierbei handelt es sich um eine anerkannte Forderung. Der Schuldner muss zuvor eingestanden haben, dass er den geschuldeten Betrag zu einem spezifischen Zeitpunkt zurück hätte zahlen müssen. Selbiges gilt auch, wenn ein Schuldner seinen Ratenzahlungen nicht beikommt.
Der Vertrag eines Schuldners wird aufgrund von ausstehenden Zahlungen vorzeitig gekündigt. Die Kriterien für eine fristlose Kündigung eines Vertrages sind generell in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt. Auch in diesem Fall müsste dem Schuldner der bevorstehende Schufa-Eintrag schriftlich mitgeteilt werden. Zahlt dieser anschließend den ausstehenden Betrag immer noch nicht, kann der zugrundeliegende Vertrag gekündigt werden und ein Eintrag erfolgen.

Tabelle: Ein Schufa-Eintrag erfolgt nicht einfach so und kann sich auch nicht vom Anspruchsteller einfach bewerkstelligen lassen. Der Schuldner hat normalerweise noch genügend Zeit, um ausstehende Zahlungen zu begleichen und eine negative Beeinflussung seines generellen Scores zu verhindern.

Infografik über Menschen in Deutschland mit mindestens einem Schufa-Eintrag und Methoden, den Schufa-Score zu überprüfen und zu verbessern.
Infografik: Hilfe bei negativen Schufa-Einträgen. Infografikquelle: Eigene Darstellung

Unterlaufen der Schufa auch Fehler?

Selbst der Schufa können Fehler unterlaufen. Dies kann gelegentlich ganz banale Gründe haben. Allerdings müssen Betroffene diese meist selbst entdecken und aufklären. Folgende Fehler kommen häufiger vor:

  • die Schufa hat alte Einträge nicht gelöscht, obwohl ausstehende Rechnungen beglichen wurden und die ordnungsgemäße 3-Jahresfrist abgelaufen ist
  • eine Modifizierung eines Bankkontos kann mit einer Neueröffnung eines Bankkontos verwechselt werden, was generell in die Beurteilung der Schufa mit einfließt
  • nicht alle notwendigen Daten werden von der Schufa sofort erfasst
  • wenn mehrere Personen mit den gleichen Nachnamen unter derselben Adresse wohnen, kann ein negativer Eintrag gelegentlich genau den Falschen treffen

Was tun bei einem fehlerhaften Schufa-Eintrag?

Aus diesen Gründen sollten Verbraucher regelmäßig Auskunft bei der Schufa einholen. Einmal im Jahr ist dies kostenlos möglich. So können böse Überraschungen verhindert werden. Im Falle eines Fehlers sollte man Widerspruch bei der Schufa einlegen.

Notwendige Informationen und Musterbriefe lassen sich auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale finden. Wenn fehlerhafte Einträge durch einen Dritten wie z.B. einen ehemaligen Vertragspartner verursacht wurden, muss dieser kontaktiert werden, damit dieser eine Änderung vornimmt. Vertragspartner sind gesetzlich dazu verpflichtet, der Schufa Bescheid zu geben, wenn sie einen Fehler gemacht haben.

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